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Grenzen überschreiten – mit dem Fuß und mit dem Kopf

„Es ist schön, grenzübergreifende Arbeit live mitzuerleben. Sonst mache ich das nur vom Schreibtisch aus“, sagte einer der Teilnehmer des 11. Wiedereinladungsprogrammes der Internationalen Diplomatenausbildung. 

Vom 19. bis 25. Mai reisten 17 Alumni der Internationalen Diplomatenausbildung des Auswärtigen Amtes aus der ganzen Welt nach Deutschland, um eine Woche lang im Rahmen eines Wiedereinladungsprogramms grenzübergreifende Zusammenarbeit kennenzulernen.

Mindestens zweimal im Jahr lädt die Internationale Diplomatenausbildung zu einwöchigen Wiedereinladungsprogrammen ein, die jeweils unter einem Leitgedanken stehen. Die Thematik der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit stieß 2018 auf so großes Interesse, dass sie dieses Jahr vertieft wurde.

„Der zentrale Bestandteil grenzübergreifender Zusammenarbeit ist die Begegnung von Menschen“, sagte eine Sprecherin der Landesregierung Baden-Württembergs im Gespräch mit Teilnehmenden.

Die Gruppe setzte diese Aussage mit einem intensiven Programm in die Tat um. So reiste sie von Süddeutschland in die Schweiz, nach Liechtenstein und Frankreich.

Die Teilnehmenden führten Gespräche mit nationalen und internationalen Regierungsvertretern, Mitgliedern der Hochrheinkommission und der Leitung des Rates der Region Grand Est. Sie besichtigte das Europäische Parlament in Strasbourg und den multilingualen Fernsehsender Arte. Während eines Besuches der Universität St. Gallen in der Schweiz konnten die Alumni mehr über die akademische Kooperationsarbeit im internationalen Rahmen erfahren.

Die Vielschichtigkeit des grenzüberschreitenden Alltags wurde bei Treffen mit zivilgesellschaftlichen Akteuren in Freiburg, der Feuerwache im Grenzort Rheinfelden und der Bundespolizei in Konstanz deutlich.

 „Ich bin es nicht gewohnt, solch friedvolle Grenzübergänge zu sehen“, erzählte eine Teilnehmerin bei einem Rundgang am Bodensee. Dazu fügte ein anderer Teilnehmer an: „Physische Grenzen lassen sich leichter überwinden als die im Kopf der Menschen." Einig waren sich die Teilnehmenden, dass Reisen wie die ihre Mut machen und viele Ideen aufzeigen, wie sich Grenzen – in der Verwaltung, bei der Mobilität, in der Bildung, im Kopf – abbauen lassen.

Internationale Diplomatenausbildung des Auswärtigen Amtes

Mit der Internationalen Diplomatenausbildung bietet das Auswärtige Amt jungen Diplomatinnen und Diplomaten aus aller Welt ein professionelles Förderprogramm. Ziel dieser Weiterbildungsinitiative ist es, Außenpolitik als Chance gemeinsamen Gestaltens zu begreifen und die Grundlagen für eine partnerschaftliche Zusammenarbeit in globalen Fragen zu legen.

Im Sinne einer netzwerkorientierten Außenpolitik setzt die Internationale Diplomatenausbildung des Auswärtigen Amtes darauf, auch nach Abschluss der Lehrgänge gezielt Kontakt zu den Ehemaligen zu erhalten; dazu hat das Förderprogramm eine breite Palette an Instrumenten entwickelt, die es  ermöglicht, dieses globale Netzwerk zu fördern und die Kontakte innerhalb des bestehenden Alumni-Netzwerks zu vertiefen. 

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Mai 2019