Ziel 12: Nachhaltige/r Konsum und Produktion

Nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster sicherstellen

Möglichst viel und ohne Nachdenken produzieren und konsumieren – ein solches Verhalten passt nicht mehr ins 21 Jahrhundert. Es ist angesichts knapper werdender Ressourcen zu verschwenderisch.

Wie wir Waren herstellen und was wir kaufen, nutzen und essen, hat weitreichende Wirkungen in der ganzen Welt. Unser Energieverbrauch belastet das Klima und für viele Produkte und Nahrungsmittel werden natürliche Ressourcen zerstört. Die Waren werden oft in anderen Ländern und unter schlechten Arbeitsbedingungen produziert. Wir verbrauchen fossile Brennstoffe, übernutzen die natürlichen Wasservorräte und in reichen Ländern landen riesige Mengen von Nahrungsmitteln im Müll. Wenn sich künftig immer mehr Menschen aus der Armut befreien, werden diese dann ebenfalls mehr Energie nutzen und mehr konsumieren. Wenn das nach den heutigen Konsum- und Produktionsmustern geschieht, wird das schlimme Konsequenzen für den Planeten haben.

Was ist zu tun?

„Weniger ist mehr“ ist hier das Motto. Die Industrie, Konsumenten, die Politik, Wissenschaft und viele andere müssen umdenken und die natürlichen Ressourcen verantwortungsvoller nutzen. Hier ist viel Aufklärung notwendig, etwa über Recycling oder die Reduzierung von Plastikverpackungen. Die Konsumenten haben hier viel Macht: Wenn sie mehr Kleidung kaufen, die umweltfreundlicher und unter menschenwürdigen Bedingungen produziert werden, dann zieht auch die Wirtschaft nach und produziert nachhaltiger. Aber auch die Politik ist gefragt: Sie muss ihre Subventionierung fossiler Brennstoffe nach und nach beenden und ihre öffentliche Beschaffung nachhaltig gestalten.

Daten und Fakten

  • Jährlich landet weltweit etwa ein Drittel der Nahrungsmittel auf dem Müll, verdirbt auf dem Transportweg oder durch schlechte Erntepraktiken.
  • Wächst die Weltbevölkerung weiter wie bisher, benötigt sie 2050 fast drei Planeten wie die Erde, um für ihren bisherigen Lebensstil genügend Ressourcen zur Verfügung zu haben.
  • Im Jahr 2020 wird es über 30 Prozent mehr Autos und Lkw geben. Der Flugverkehr wird sich bis dahin schätzungsweise verdreifachen.

12.1 Nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster

Den Zehnjahres-Programmrahmen für nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster umsetzen, wobei alle Länder, an der Spitze die entwickelten Länder, Maßnahmen ergreifen, unter Berücksichtigung des Entwicklungsstands und der Kapazitäten der Entwicklungsländer

12.2 Natürliche Ressourcen schonen

Bis 2030 die nachhaltige Bewirtschaftung und effiziente Nutzung der natürlichen Ressourcen erreichen

12.3 Weniger Nahrungsmittel verschwenden

Bis 2030 die weltweite Nahrungsmittelverschwendung pro Kopf auf Einzelhandels und Verbraucherebene halbieren und die entlang der Produktions- und Lieferkette entstehenden Nahrungsmittelverluste einschließlich Nachernteverlusten verringern

12.4 Abfälle verantwortungsvoll entsorgen

Bis 2020 einen umweltverträglichen Umgang mit Chemikalien und allen Abfällen während ihres gesamten Lebenszyklus in Übereinstimmung mit den vereinbarten internationalen Rahmenregelungen erreichen und ihre Freisetzung in Luft, Wasser und Boden erheblich verringern, um ihre nachteiligen Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit und die Umwelt auf ein Mindestmaß zu beschränken

12.5 Müll vermeiden & recyceln

Bis 2030 das Abfallaufkommen durch Vermeidung, Verminderung, Wiederverwertung und Wiederverwendung deutlich verringern

12.6 Verantwortungsvolle Unternehmen

Die Unternehmen, insbesondere große und transnationale Unternehmen, dazu ermutigen, nachhaltige Verfahren einzuführen und in ihre Berichterstattung Nachhaltigkeitsinformationen aufzunehmen

12.7 Nachhaltiges Beschaffungswesen

In der öffentlichen Beschaffung nachhaltige Verfahren fördern, im Einklang mit den nationalen Politiken und Prioritäten

12.8 Aufklärung & Bewusstseinsbildung

Bis 2030 sicherstellen, dass die Menschen überall über einschlägige Informationen und das Bewusstsein für nachhaltige Entwicklung und eine Lebensweise in Harmonie mit der Natur verfügen

12.a Entwicklungsländer unterstützen

Die Entwicklungsländer bei der Stärkung ihrer wissenschaftlichen und technologischen Kapazitäten im Hinblick auf den Übergang zu nachhaltigeren Konsum- und Produktionsmustern unterstützen

12.b Nachhaltigen Tourismus ausbauen

Instrumente zur Beobachtung der Auswirkungen eines nachhaltigen Tourismus, der Arbeitsplätze schafft und die lokale Kultur und lokale Produkte fördert, auf die nachhaltige Entwicklung entwickeln und anwenden

12.c Subventionen fossiler Brennstoffe abschaffen

Die ineffiziente Subventionierung fossiler Brennstoffe, die zu verschwenderischem Verbrauch verleitet, durch Beseitigung von Marktverzerrungen entsprechend den nationalen Gegebenheiten rationalisieren, unter anderem durch eine Umstrukturierung der Besteuerung und die allmähliche Abschaffung dieser schädlichen Subventionen, um ihren Umweltauswirkungen Rechnung zu tragen, wobei die besonderen Bedürfnisse und Gegebenheiten der Entwicklungsländer in vollem Umfang berücksichtigt und die möglichen nachteiligen Auswirkungen auf ihre Entwicklung in einer die Armen und die betroffenen Gemeinwesen schützenden Weise so gering wie möglich gehalten werden

„Ich versuche es zu vermeiden, Sachen zu kaufen, die ich eigentlich nicht brauche. Außerdem ist es mir wichtig zu wissen, woher die Produkte kommen und ob sie umweltgerecht hergestellt und fair gehandelt wurden. Bei Lebensmitteln versuche ich möglichst lokale Produkte zu kaufen. Außerdem habe ich kein Auto und benutze möglichst öffentliche Verkehrsmittel.“

Quelle: Alumni-Interview

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