Ziel 17: Partnerschaften zur Erreichung der Ziele

Umsetzungsmittel stärken und die Globale Partnerschaft für nachhaltige Entwicklung mit neuem Leben erfüllen

Viele der Zielsetzungen der Agenda 2030 werden bereits seit Jahren verfolgt, aber konnten bisher nicht erreicht werden. Das hat viele Gründe.

Es müssen noch viele Strukturen verbessert und Hindernisse beseitigt werden. Ganz vorne steht natürlich die Frage der Finanzierung. Trotz internationaler Vereinbarungen stellen die Staaten bisher nicht genügend Geld für nachhaltige Entwicklung bereit. Einige Entwicklungsländer sind so tief verschuldet, dass sie kaum Handlungsspielraum haben. Unfaire Bedingungen im Welthandel verschärfen diese Situation noch. Zudem werden viele Initiativen zu isoliert durchgeführt. Oft fehlen wichtige Akteure, wie etwa die Wirtschaft oder die Wissenschaft, oder die zivilgesellschaftliche Perspektive wird ignoriert. Potenziale bleiben ungenutzt, Maßnahmen sind weniger wirksam und nachhaltig.

Was ist zu tun?

Alle sind gefragt: Regierungen, Privatwirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft aller Länder müssen partnerschaftlich an der Umsetzung der globalen Ziele arbeiten. Auch müssen sich die Politikbereiche besser koordinieren – Wirtschaft, Umwelt, Bildung und Soziales, Innen- und Außenpolitik brauchen gemeinsame nachhaltige Strategien. Die internationale Gemeinschaft muss ihre Zusagen einhalten und mehr Geld bereitstellen, besonders für Entwicklungsländer. Diese müssen aber verstärkt auch selbst Ressourcen mobilisieren. Der Welthandel muss offener und gerechter werden und  Entwicklungsländer brauchen leichteren Marktzugang für ihre Exportgüter. Sie benötigen freien Zugang zu Forschung und Technologie und mehr globalen Wissensaustausch.

Daten und Fakten

  • 2015 gaben die Industrieländer im Schnitt 0,3 Prozent ihres Bruttonationaleinkommens (BNE) für Entwicklungshilfe aus, im Rahmen der UN sind 0,7 Prozent vereinbart. Dieses Ziel  erreichten nur wenige Länder (unter anderem Norwegen und Schweden).
  • Zwischen 2000 und 2014 konnten die ärmsten Länder ihren Anteil am weltweiten Warenexport von 0,6 Prozent auf 1,1 Prozent fast verdoppeln.
  • Entwicklungsländer führen knapp 80 Prozent ihrer Exporte zollfrei in entwickelte Länder ein.

17.1 Steuererhebung verbessern

Die Mobilisierung einheimischer Ressourcen verstärken, einschließlich durch internationale Unterstützung für die Entwicklungsländer, um die nationalen Kapazitäten zur Erhebung von Steuern und anderen Abgaben zu verbessern

17.2 Zusagen zur Entwicklungshilfe einhalten

Sicherstellen, dass die entwickelten Länder ihre Zusagen im Bereich der öffentlichen Entwicklungshilfe voll einhalten, einschließlich der von vielen entwickelten Ländern eingegangenen Verpflichtung, die Zielvorgabe von 0,7 Prozent ihres Bruttonationaleinkommens für öffentliche Entwicklungshilfe zugunsten der Entwicklungsländer und 0,15 bis 0,20 Prozent zugunsten der am wenigsten entwickelten Länder zu erreichen; den Gebern öffentlicher Entwicklungshilfe wird nahegelegt, die Bereitstellung von mindestens 0,20 Prozent ihres Bruttonationaleinkommens zugunsten der am wenigsten entwickelten Länder als Zielsetzung zu erwägen

17.3 Zusätzliche Entwicklungsgelder bereitstellen

Zusätzliche finanzielle Mittel aus verschiedenen Quellen für die Entwicklungsländer mobilisieren

17.4 Verschuldung verringern

Den Entwicklungsländern dabei behilflich sein, durch eine koordinierte Politik zur Förderung der Schuldenfinanzierung, der Entschuldung beziehungsweise der Umschuldung die langfristige Tragfähigkeit der Verschuldung zu erreichen, und das Problem der Auslandsverschuldung hochverschuldeter armer Länder angehen, um die Überschuldung zu verringern

17.5 Investitionen fördern

Investitionsförderungssysteme für die am wenigsten entwickelten Länder beschließen und umsetzen

17.6 Globaler Wissenstransfer

Die regionale und internationale Nord-Süd- und Süd-Süd-Zusammenarbeit und Dreieckskooperation im Bereich Wissenschaft, Technologie und Innovation und den Zugang dazu verbessern und den Austausch von Wissen zu einvernehmlich festgelegten Bedingungen verstärken, unter anderem durch eine bessere Abstimmung zwischen den vorhandenen Mechanismen, insbesondere auf Ebene der Vereinten Nationen, und durch einen globalen Mechanismus zur Technologieförderung

17.7 Nachhaltige Technologien für alle

Die Entwicklung, den Transfer, die Verbreitung und die Diffusion von umweltverträglichen Technologien an die Entwicklungsländer zu gegenseitig vereinbarten günstigen Bedingungen, einschließlich Konzessions- und Vorzugsbedingungen, fördern

17.8 Bank für Wissenschaft & Technologie

Die Technologiebank und den Mechanismus zum Kapazitätsaufbau für Wissenschaft, Technologie und Innovation für die am wenigsten entwickelten Länder bis 2017 vollständig operationalisieren und die Nutzung von Grundlagentechnologien, insbesondere der Informations- und Kommunikationstechnologien, verbessern

17.9 Kapazitätsaufbau in Entwicklungsländern

Die internationale Unterstützung für die Durchführung eines effektiven und gezielten Kapazitätsaufbaus in den Entwicklungsländern verstärken, um die nationalen Pläne zur Umsetzung aller Ziele für nachhaltige Entwicklung zu unterstützen, namentlich im Rahmen der Nord-Süd- und Süd-Süd-Zusammenarbeit und der Dreieckskooperation

17.10 Fairer Handel

Ein universales, regelgestütztes, offenes, nichtdiskriminierendes und gerechtes multilaterales Handelssystem unter dem Dach der Welthandelsorganisation fördern, insbesondere durch den Abschluss der Verhandlungen im Rahmen ihrer Entwicklungsagenda von Doha

17.11 Exporte der Entwicklungsländer steigern

Die Exporte der Entwicklungsländer deutlich erhöhen, insbesondere mit Blick darauf, den Anteil der am wenigsten entwickelten Länder an den weltweiten Exporten bis 2020 zu verdoppeln

17.12 Marktbarrieren abbauen

Die rasche Umsetzung des zoll- und kontingentfreien Marktzugangs auf dauerhafter Grundlage für alle am wenigsten entwickelten Länder im Einklang mit den Beschlüssen der Welthandelsorganisation erreichen, unter anderem indem sichergestellt wird, dass die für Importe aus den am wenigsten entwickelten Ländern geltenden präferenziellen Ursprungsregeln transparent und einfach sind und zur Erleichterung des Marktzugangs beitragen

17.13 Globale Märkte stabilisieren

Die globale makroökonomische Stabilität verbessern, namentlich durch Politikkoordinierung und Politikkohärenz

17.14 Bessere Politikkohärenz

Die Politikkohärenz zugunsten nachhaltiger Entwicklung verbessern

17.15 Politische Autonomie respektieren

Den politischen Spielraum und die Führungsrolle jedes Landes bei der Festlegung und Umsetzung von Politiken zur Armutsbeseitigung und für nachhaltige Entwicklung respektieren

17.16 Globale Partnerschaften

Die Globale Partnerschaft für nachhaltige Entwicklung ausbauen, ergänzt durch Multi-Akteur-Partnerschaften zur Mobilisierung und zum Austausch von Wissen, Fachkenntnissen, Technologie und finanziellen Ressourcen, um die Erreichung der Ziele für nachhaltige Entwicklung in allen Ländern und insbesondere in den Entwicklungsländern zu unterstützen

17.17 Kooperation gesellschaftlicher Akteure

Die Bildung wirksamer öffentlicher, öffentlich-privater und zivilgesellschaftlicher Partnerschaften aufbauend auf den Erfahrungen und Mittelbeschaffungsstrategien bestehender Partnerschaften unterstützen und fördern

17.18 Bessere demografische Daten

Bis 2020 die Unterstützung des Kapazitätsaufbaus für die Entwicklungsländer und namentlich die am wenigsten entwickelten Länder und die kleinen Inselentwicklungsländer erhöhen, mit dem Ziel, über erheblich mehr hochwertige, aktuelle und verlässliche Daten zu verfügen, die nach Einkommen, Geschlecht, Alter, Rasse, Ethnizität, Migrationsstatus, Behinderung, geografischer Lage und sonstigen im nationalen Kontext relevanten Merkmalen aufgeschlüsselt sind

17.19 Neue Indikatoren für Wohlstand erarbeiten

Bis 2030 auf den bestehenden Initiativen aufbauen, um Fortschrittsmaße für nachhaltige Entwicklung zu erarbeiten, die das Bruttoinlandsprodukt ergänzen, und den Aufbau der statistischen Kapazitäten der Entwicklungsländer unterstützen

„Aus dem klassischen Nord-Süd-Gefälle soll eine globale Partnerschaft auf Augenhöhe entstehen. Das bedeutet, sich auf wechselseitiges Lernen und Verändern zwischen ungleichen Partnern aus allen Ländergruppen einzulassen.“

Quelle: DIE

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